Empfohlen von der Verbraucherinitiative Aeternitas e.V.
 
 
 
 

Kinder und Trauer

Auch Kinder trauern, aber Kinder trauern anders.

Kinder stellen in großer Unbekümmertheit Fragen, an denen auch Erwachsene zu schlucken haben und mitunter auch keine passende Antwort finden.

 

Es ist nicht leicht, Kindern, die wir lieben und in das Leben hineinführen wollen, eine ehrliche Antwort zu geben, wenn es um den Tod geht. Zu den schwierigsten Fragen zählen die nach der Endlichkeit des Lebens und des Sterbens.

 

Wir wollen Kindern  eine einfühlsame und doch nicht verniedlichende Hilfestellung an die Hand geben.


Kinderbuch "Was passiert mit Hilde Mück?"

Im hohen Alter kommt Hilde Mück friedlich zum Ziel Ihrer Lebensreise: Sie war Oma und Mutter, Ehefrau und Familienmittelpunkt.
In kindgerechter Sprache erzählen die Autorin Susanne Maibaum und die Zeichnerin Kirsten Vollmer die Geschichte ihres Sterbens, des Abschieds, der Trauerfeier und der Beerdigung.
Idealtypisch wird ein würdevolles Sterben im Kreise der Familie nachgezeichnet. Gleichzeitig vermittelt das Kinderbuch Wissen über die letzten Dinge: Was ist ein Bestattungswagen, was bedeutet Verbrennung, was leistet ein Bestatter?

Für Kinder von 6 bis 12 Jahren und für Erwachsene die berührbar geblieben sind.

Das Kinderbuch "Was passiert mit Hilde Mück" erhalten Sie als unser Kunde auf Wunsch im Trauerfall kostenfrei, alternativ für 6,50 Euro inkl. MwSt. zzgl. Portokosten.


Kinderbroschüre "Helft Kindern den Tod zu begreifen"

Die Kinderbroschüre "Helft Kindern, den Tod zu begreifen" gibt Eltern Anregungen und Hilfestellungen, um den richtigen Zeitpunkt für ein Gespräch über den Tod mit ihren Kindern zu finden. Es wird deutlich, dass die Art des Gesprächs individuell von dem Alter des Kindes und der jeweiligen Situation abhängt. Auch wenn Rezepte kaum möglich sind, hilft es weiter, die kindlichen Entwicklungsphasen zu kennen und Themen, die Brücke schlagen helfen.

Die reich bebilderte Broschüre trägt dazu bei, der Verdrängung des Todes entgegenzuwirken. Eltern wird es ermöglicht, gemeinsam mit ihren Kindern Trauer zu bewältigen, indem sie sich bewusst mit dem Phänomen und den Phasen der Trauer auseinandersetzen.

Die Broschüre "Helft Kindern, den Tod zu begreifen" erhalten Sie als unser Kunde auf Wunsch im Trauerfall kostenfrei, alternativ für 4,50 Euro inkl. MwSt. zzgl. Portokosten.


Wenn Kinder trauern

Schon früh haben Kinder ein natürliches Verhältnis zum Tod: Sie untersuchen tote Vögel und Mäuse, beerdigen ihre Haustiere sorgfältig und liebevoll und haben eine unterbewusste Ahnung von der Endlichkeit aller Lebewesen. Was hierbei für Erwachsene in seiner Konsequenz häufig erschreckend ist, erscheint für Kinder häufig nur merkwürdig, auf gewisse Weise faszinierend – und verunsichernd, wenn sie direkt vom Verlust einer vertrauten Person betroffen sind.

Kinder trauern anders

Die Reaktionen auf den Verlust sind dabei alterabhängig. Säuglinge und Kleinkinder haben kein reflektiertes Verhältnis zum Tod. Sie empfinden Trennungsschmerz und Kummer, wenn eine vertraute Person fehlt. Kinder im Alter von 3-6 Jahren entwickeln nach und nach ein Verständnis der zeitlichen Dimension „für immer“, wobei ängstliche und schmerzhafte Gefühle häufig durch Aufsässigkeit oder übertriebene Albernheit abgewehrt werden. In der nächsten Entwicklungsstufe nähert sich das Kind dem Todesverständnis eines Erwachsenen mit den dazugehörigen Konsequenzen für die Trauer, bis etwa im Alter von 10-12 Jahren von kindlicher Trauer und der Fähigkeit, die dazugehörigen Trauergefühle auszudrücken, gesprochen werden kann. Hierzu gehören z.B. Trauerschmerz, Sehnsucht, Schuldgefühle, Angst vor dem eigenen Tod oder einem weiterem Verlust. In diesem Alter denken Kinder über Leben und Tod nach und schwanken zwischen Wissensdurst, Unterdrückung und Verdrängung des Themas. Jugendliche erleben Trauer sehr intensiv, da ihnen die Auswirkungen eines Verlustes auf ihren Lebensalltag deutlich bewusst sind.

Hilfe für trauernde Kinder

Kinder trauern willkürlicher und sprunghafter als Erwachsene. Sie stellen merkwürdig konkrete Fragen, etwa ob Oma jetzt noch ihre Brille braucht oder Vaters Bart unter der Erde weiter wächst. Kinder sind stille Beobachter oder aberwitzige Entertainer, drücken ihre traurigen Gefühle deutlich aus oder leise – mit dem Lieblingsstofftier im Arm. Kinder und Jugendliche vereint in der Trauer das Bedürfnis nach Begleitung und Akzeptanz. Je mehr sie an den Prozessen des Abschieds und der Trauer beteiligt werden, desto eher sind sie in der Lage, ihre eigenen Möglichkeiten der Trauerbewältigung zu finden. Erwachsene können hierfür begünstigende Vorrausetzungen schaffen durch:

  • Unverzügliche, ehrliche Information über den Tod einer vertrauten Person
  • Bewusste Sprache: „Tod“, „Sterben“, „lebt nicht mehr“, „für immer“, „nie mehr“, etc.
  • Möglichkeit, sich zu verabschieden
  • Sprechen über die verstorbene Person und die eigene Trauer
  • Rituelle und kreative Verarbeitung der Gefühle
  • Akzeptanz kindlicher Formen der Trauer
  • Beibehalten des gewohnten Tagesablaufs
  • Möglichkeit, des Verstorbenen zu gedenken (Gedenkecke im Haus, Lieblingskleidungsstück/Erinnerungsstück aussuchen, Grabgestaltung und Grabbesuche, etc.)
  • Förderung neuer Beziehungen und Lebensbezüge ohne Gefühl, den Verstorbenen dadurch zu verraten oder zu vergessen

Mit Kinderaugen sehen

Je mehr diese Voraussetzungen erfüllt werden können, desto bewusster und kreativer werden Kinder mit ihrer Trauer umgehen. Hierzu gehört jedoch auch, dass die begleitenden Erwachsenen diese Angebote als Möglichkeit und Einladung sehen, die seitens des Kindes durchaus ausgeschlagen werden dürfen. Hierbei ist der Erwachsene herausgefordert, die nötige Geduld und Toleranz auszubieten, das Kind seinen eigenen Weg finden zu lassen – mit den dazugehörigen Umwegen und Richtungswechseln.

Denn das Problem sind meistens nicht die Kinder, sondern die Erwachsenen, die ihre Kinder schützen wollen – vor ihren eigenen (erwachsenen) Ängsten und Hemmungen im Umgang mit dem Tod. Trauen wir den Kinder doch einfach zu, dass sie auf ganz ursprüngliche Weise um den Tod wissen und auch um den Umgang damit. Und lernen wir, den Tod mit Kinderaugen zu betrachten.

Von Martina Görke-Sauer aus der Trauerkultur des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e.V.


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